Constantin Trommlitz | Maria Mercedes Flores Mujica | Robert Ssempijja
MEET THE CHOREOGRAPHERS - PITCH FOR PROFESSIONALS
Die K3 Residenz ist für junge Künstler*innen aus der ganzen Welt eine einmalige Gelegenheit, sich während acht Monaten ganz auf ihre Recherche und die Entwicklung von neuen Stücken zu konzentrieren.
Dieses Jahr sind die aus Venezuela stammende Choreographin Maria Mercedes Flores Mujica, der Choreograph und Breaker Constantin Trommlitz und der Choreograph und Tänzer Robert Ssempijja aus Kampala zu Gast am K3. Zum Ende der Residenz und nach den Uraufführungen ihrer neuen Stücke stellen die drei Choreograph*innen sich und ihre Arbeit einem interessierten Fachpublikum online vor.
Nach jeweils zehnminütigen Präsentationen - gestaltet und choreographiert von den Künstler*innen - gibt es Zeit für Fragen.
Diese Veranstaltung ist für Fachpublikum. Sie können sich hier registrieren.
Moderation: Monica Gillette
Mit: Maria Mercedes Flores Mujica, Constantin Trommlitz, Robert Ssempijja
Termine
Für
Fachpublikum
Preis
Teilnahme kostenlos
Wo
online
Constantin Trommlitz
ist ein in Amsterdam lebender deutscher Tänzer, Choreograph und Filmemacher. Mit einem Hintergrund im Breakdance und nach vielen Jahren in der Battle-Szene trat er als Tänzer für verschiedene niederländische Kompanien auf. Seit 2021 kreiert er eigene Arbeiten, die sich zwischen Tanz und Film bewegen. Derzeit entwickelt Constantin seine choreographische Sprache weiter und erforscht (chronische) Schmerzen durch Bewegung. Constantins Arbeit wird unter anderem von Korzo in Den Haag unterstützt.
Bei K3 wird Constantin seine Bewegungs- und Choreographieforschung Antibodies fortsetzen, die sich mit dem Thema chronischer Schmerz beschäftigt. Nach der ärztlichen Diagnose seiner chronischen Schmerzen begann er, Tanz und digitale Kunst zu nutzen, um seinen Schmerz zu verarbeiten und auszudrücken. Als Tänzer mit Breakdance-Hintergrund wird er seine Beziehung zum Schmerz erforschen und Perspektiven von Tänzer*innen anderer Stile einbeziehen. Constantin interessiert sich dafür, wie Bewegung ein Werkzeug sein kann, um Schmerz zu teilen, und möchte das Narrativ von Schmerz als Einschränkung in Schmerz als Antrieb umwandeln.
(Stand: 2024)
Maria Mercedes Flores Mujica
ist eine in Köln lebende venezolanische Tänzerin und Choreographin. Bevor sie nach Köln zog, um Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz zu studieren, studierte sie moderne Sprachen und Übersetzung an der Universidad de Los Andes in Venezuela. Seit 2018 kreiert sie eigene Arbeiten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kompanien und erhielt 2024 das NRW KulturSekretariat Tanzrecherche Stipendium. Ihre Choreographien basieren auf der Komplexität von Rhythmus und dessen Wahrnehmung sowie auf dem Wissen über Folklore und zeitgenössischen Tanz, Feste und Rituale.
Für ihre Forschung am K3 wird sie sich mit dem Joropo beschäftigen, einem Paartanz mit binären Geschlechterrollen, der vom Synkretismus des venezolanischen Spiritismus inspiriert ist. Dieser Tanz verleiht ungehörten Kosmologien, die durch patriarchale und kolonialistische Entwicklungen zum Schweigen gebracht wurden, Stimme und Volumen. Durch die Inszenierung einer feierlichen, rituellen und interaktiven Umgebung möchte Maria gemeinsam mit dem Publikum die Beziehung zur weiblichen Stimme, die im Laufe der Zeit verstummt ist, feiern, wiederherstellen und heilen.
(Stand: 2024)
Robert Ssempijja
ist ein zeitgenössischer Künstler, Tänzer und Researcher aus Uganda, der in einer Zeit des Postkolonialismus und der Dekolonisierung in traditionellen und nicht-traditionellen Räumen arbeitet. Er arbeitet zwischen Afrika und Europa, studierte an der École des Sables (Dakar, Senegal), tanzte für Christoph Winkler in Berlin, hatte Residenzen bei PACT Zollverein, zeigte eigene Arbeiten bei Sophiensaele Berlin und erhielt das Pina Bausch Stipendium. Mit seiner Arbeit sucht er nach einer regenerativen Kunstpraxis, die sich von ausbeuterischen Verhältnissen löst.
Ausgehend von den kolonialen Ursprüngen, die die Architektur seiner Heimatstadt Kampala geprägt haben, wird Ssempijja im K3 deren zeitgenössische Auswirkungen untersuchen. Ziel des Projekts ist es, das bleibende Erbe der kolonialen Vergangenheit der Stadt, den Widerstand ihrer Bewohner*innen und die Rolle der Architektur bei der Identitätsbildung zu untersuchen. Es hinterfragt die Vorstellung von Wachstum und Wohlstand für ein Land, eine Stadt und ihre Bewohner*innen, wenn ihre Grundlagen weder für sie konstruiert noch zu ihrem Nutzen entworfen wurden.
(Stand: 2024)
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Teilnahme kostenlos
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online